Unsere Landkarte war vom ersten Tag an ein Witz. Im Süden, wo es verführerische kringelige gelbe Straßen gibt, verdeckte ein Werbebanner den einzigen Abzweig. Immerhin erkundeten wir auf die Weise eine endlose, verspielte, um jeden Felsen herum schleichende Kammstraße, die nach vielen Kilometern an dörren Abgründen entlang, an einem Schotterfeld unterhalb eines Berggipfels abrupt endete. Der richtige Weg führte lange durch ein flirrendes Tal, gesäumt von brutalen Kakteen, unter erodierten Felsmauern, die in der Mittagshitze glühten. Der eine Ast der Weggabelung brachte uns durch ein paradiesisches Dorf, mit Blumen, Palmen und Wanderwegen, ging kurz danach aber in abenteuerlichen Schotter über (das war lt. Mietvertrag aber verboten). Der andere Weg war asphaltiert, wurde dabei immer kleiner, mit Serpentinen im Puppenstubenformat, man tastete sich im Ersten entlang, bis man irgendwann an einer anderthalbspurigen Hauptstraße heraus kam. Diese kannten wir schon, genossen ein letztes Mal das Kurvenschwingen und die grandiosen Ausblicke. Zurück ging es wieder über Fataga, mit allen Bussen und Radfahrern der Insel. Unten war inzwischen Hochsommer. Wir gaben die Honda ab und tranken erstmal ein San Miguel.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen