20 Jahre !!!

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Sonntag, 5. Juli 2015

Easy.

Zum dritten Mal in Folge waren wir auf der B4 nach Norden unterwegs. Es war Freitagabend, aber diesmal bogen wir nicht bei Kaltenkirchen wieder um, sondern fuhren auf der B206 über Segeberg nach Strukdorf. Der Abend war lang und flirrend, und die Fahrt zog sich locker und lässig durch Farben wie in der Werbung. Das Beste war, dass wir uns von den Cruisern direkt an einen gedeckten Tisch nur umzusetzen brauchten, wo es Grillfleisch gab, zart wie Marzipan. Das Zweitbeste waren die dicken, kühlen Mauern des Herrenhauses (welches wir für uns allein hatten), denn bevor stand das heißeste Wochenende aller Zeiten.
Den Samstag verbrachten wir dann schlauerweise am kühlsten Ort der Republik, nämlich Wenkendorf. Der Weg dorthin war, trotz Warnungen vor Vierzig-Grad-Horrorstaus und überfüllten Nebenstrecken, in Wahrheit doch der reine Genuss. Unbeirrt und ziemlich einsam glitten wir durch einen satten, warmen Luftstrom über die traumhafte Strecke Ahrensbök, Eutin, Schönwalde, Oldenburg. Sogar die Beltquerung war Easy Riding, trotz Bettenwechselwarnung. In Wenkendorf war noch weniger los, die Temperatur genau richtig und sogar das Wasser badbar. Auf dem Rückweg stand glühende Hitze über dem Land, hinter dem sich diffuser Dunst bildete. Als wir aus dem Famila-Markt in Stockelsdorf mit Grillwürsten wieder rauskamen, war die Luft grau und stickig heiß. Etwas später, auf der Terrasse, kam ein dampfender Regen dazu.
Sonntag war im Südwesten der Rand eines gigantischen Restambosses zu sehen. Wir trauten ihm alles zu und fuhren am frühen Nachmittag bange zurück nach Hamburg, wieder über Segeberg und Bramstedt, wieder sehr entspannt, immer ein Auge auf die dicker werdende Suppe am Himmel. In der gespenstisch toten Stadt hingen die Leute bewegungsunfähig vor den Cafés und warteten auf das erlösende Unwetter. Es kam halbherzig und erst gegen Abend.
 

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