Ein seltsames Jahrhunderttief riss das Land in den Abgrund, außer den Norden. Hier brach stattdessen ein Wochenende an, heiß wie Arizona, mit Tagen, die endlos sind. Es war okay, erst am frühen Nachmittag unterwegs zu sein, ans Meer. Über Kayhude nach Oldesloe, dann erstmalig in diesem Jahr, das sich immer noch neu anfühlt, die Route über Ahrensbök, Eutin, Schönwalde. Dabei fuhr Anja die Bonnie, als Experiment. Sie stand ihr gut, und beim Beschleunigen verlor ich oft den Anschluss. Ostholstein lag glühend und buschig in der brennenden Sonne, zufriedenes Gleiten durch wuchernde Alleen und dunkle Dschungel. Von der Fehmarnsundbrücke aus konnte man am Horizont gigantische Ambosse quellen sehen. Sie waren lt. Radar 100 Kilometer weit weg, hoffentlich blieb das so. Der Strand in Wenkendorf war ganz nah und ist und bleibt unser heimlicher Lieblingsort für ein paar Stündchen rumliegen mit Sonnenschutzfaktor 15. Der Abend war immer noch ein warmer Wind, nur das Licht war weich und gelb, und die Felder schimmerten wie Seide. Wir planten die Rückfahrt so, das wir ganz zufällig hungrig und gerade noch rechtzeitig am Hähncheneck in Bad Schwartau vorbeikamen. Auf der B75 fuhren wir in die Dämmerung. Sie zieht sich bis in die Nacht hinein um diese Zeit, und dafür lieben wir sie.
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