Wie immer, also auch zu Pfingsten, zog alles auch nur entfernt Nasse an uns vorbei. Übrig blieben 3 wolkenlose Tage mit uns auf der Straße nach Berlin. Um Zeit zu sparen, und überhaupt um es mal auszuprobieren, nahmen wir bis Ludwigslust die Autobahn im Tiefflug. Ab da war die B5 zwar so, wie man sie kennt, aber der große Epos stellte sich nicht ein. Dafür waren wir und alles zu frisch, zu leichtfüßig, dafür hätte es schon das ganze Brett sein müssen. Berlin kam in Sicht, brennend heiß und voller Bayernfans. Wir parkten in der Libauer Straße und zogen gleich die Schutzhüllen über die Bikes, aus Angst vor angereisten Crack-Zombies, die womöglich auf die Sitzbank kacken. Noch mit Highwayfeeling im Blut begaben wir uns zu Haydn, Zimmermann und Schubert in kulturelle Höhen, danach zum Punkrockitaliener mit besten Freunden.
Es hatte sich rumgesprochen, dass wir in der Stadt sind. Am Sonntagmorgen versammelte sich die bewährte Bikertruppe im Übereck, als hätte es nie was anderes gegeben. Rembert führte die Kolonne aus Vanvan, Vulcan, Sixty-Two, Slim und natürlich Michaels Thruxton über Köpenick aus der Stadt raus, auf einem großen südlichen Bogen durch wucherndes Grün, summende Wälder und fragwürdige Dörfer. Die Vanvan gab das Tempo vor, und auf den furchtbar engen Alleen war ich darüber ehrlich gesagt ganz dankbar. Immer mal wieder hielten wir, es gab Zigaretten, Eis oder Schnitzel. Die Gruppe trennte sich schätzungsweise in der Nähe von Lückenwalde, genau weiß ich es nicht, da ich meist hinten fuhr und mir alles egal war. Die Landschaft öffnete sich und wurde endlos weit und samtig. Thomas, Anja und ich fuhren zur anderen Anja im ZEGG in Belzig. Die meisten dort meditierten, aber wir hatten Würste dabei und grillten.
Montag. Von Belzig aus nach Hamburg, das ist eine weitschweifige Route durch den Fläming, die Altmark und das Wendland. Thomas eskortierte uns noch bis Jericho. Die Kirche dort ist immer noch top, und alles ist jetzt touristisch gestreamlined. Wir sahen Tangenmünde und Stendal, knorrige Alleen der Altmark, schimmernde Felder bis zum Horizont, darin immer leere, lange Straßen mit sattem Rückenwind. Am Ende standen wir vor Lüneburg. Das konnte doch nicht alles sein, dachten wir und konstruierten schnell noch einen Bogen durch die großartige Heidelandschaft. Gegenlicht mit fluoreszierendem Grüntunneln, dazu warmer Luftstrom. Alles war so, dass es niemals aufhören sollte. In Hamburg suchten wir noch eine Stelle im Hafengebiet, und zischten das schnell noch an der Tanke geholte Alkoholfreie, wartend auf den Sonnenuntergang.
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