20 Jahre !!!

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Dienstag, 24. Juli 2018

Die Brücke

Es fühlte sich seltsam an, Ziele tagfüllender Touren flogen als BAB-Abfahrten vorbei. Gegen Mittag standen wir am Fähranleger in Puttgarden. Vor uns lag wie ein Abenteuer Dänemark. Auf der anderen Seite des Großen Belts gab es lange Landstraßen, wenig Verkehr und die gleiche sengende Sonne wir überall. Wir fuhren auf einem Highway namens 151, der liegt wie en welliges Band in der gelben Landschaft und führt bis nach Kopenhagen. Die Hoffnung auf einen Filterkaffee und knallrote Pølser starb allmählich, als wir in die quälende Vorortkette bei Køge kamen. Ein Quarterpounder von McDonalds musste reichen. Den Rest erledigten wir auf der Autobahn. Die Hauptstadt empfing uns wie eine Mischung aus Berlin und Kiel, alles war metropolig und bunt. Wir parkten die Mopeds hinterm Hotel und verbrachten den nächsten Tag auf Mietfahrrädern, sahen dabei tausend dinge, die schön waren oder interessant.
Am Sonntag um 10 Uhr überfuhren wir die Øresundsbroen in diesiger Luft. Es war wirklich grandios, es gab keinen Verkehr, und am anderen Ende war Schweden. Einen ganzen Tag hatten wir, um den südlichsten Zipfel des riesigen Landes zu erkunden. Meist ging es dabei durch Landschaften im Stil von McPom (dazu später mehr), nur noch eine Nummer größer, oder auf breitspurigen Highways durch lange, zerzauste Wälder. In den Ortschaften hatten wir anfangs große Erwartungen, doch es gab keinen Kaffee geschweige denn Köttbullar. Dazu wirkten selbst Sehnsuchtsorte wie Hässleholm oder Ystad wie Abziehbilder von Elmshorn. Trotzdem fuhren wir um 21 Uhr zufrieden in den Bauch der MS Niels Holgerson. Die Luxuskabine war größer als das Hotel in Kopenhagen.
Montag, 7 Uhr morgens, Steuerborddeck: Travemünde zog schläfrig vorbei. Eine halbe Stunde später saßen wir am Strandbahnhof im Backshop, Croissants mampfend und Pläne schmiedend, bevor die Touristen kamen. Mit der Priwallfähre nach Rosenhagen, noch einmal schnell Urlaub am Meer. Bis Mittag, dann hatten wir Heißhunger auf Hähnchen und fuhren nach Grevesmühlen (und die Touristen kamen). Was blieb, war eine lange, rauschhafte Fahrt bis in den Süden McPoms, und wir hatten es für uns ganz allein. Vor allem das Ende von Gadebusch über Krembz nach Wittenburg war Weltklasse, da kommt Südschweden nicht mit. Es ging weiter ganz entspannt über die B5 und die Deichstrecke nach Hamburg. Dort quälten sich die Zurückgebliebenen in ihren Blechlawinen durch die Gluthitze der Baustellen. Wir rollten in die Garage, machten ein Alkoholfreies auf und legten die Füße hoch.

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