Die Front des Vortages hatte anfangs noch frische Luft hinterlassen. Die Tour begann genau wie meine von gestern: Elbtunnel, Rosengartenstraße, B3. Das Fahren war unheimlich leicht, weich und geschmeidig, die Straßen leer, das Land sauber, das ganze Leben schön. Es ging leichtfüßig durch die Heide, mal elegante Kurven, dann wieder Gleiten durch sonnige Alleen ohne Ende. In Amelinghausen fanden wir zur eigenen Überraschung das Eiscafé vom letzten Mal wieder. Wir parkten zwischen einer Horde Ducati und Bimota Rennmaschinen. Mit dem Nachmittag war die Hitze zurückgekommen. Nur wer fuhr, verglühte nicht. Wir arbeiteten uns durch angenehm dunkle Waldstraßen bis an die Elbe bei Darchau vor. Der Fluss war aber so ausgetrocknet, dass die Fähre untätig auf Grund lag. Es war Zeit genug, den Bogen über Dannenberg und Dömitz voll zu machen, auch wenn wir immer öfter Pausen brauchten und an jeder Tanke halten und neue Wasserflaschen kaufen mussten. Die B195 zurück war vollkommen leer. Im Gegenlicht glänzender Asphalt, der seidig unter den Reifen durchrollte, ohne erkennbares Ende. Rundum eine saubere Wohlfühltour, auch wenn Anja die letzte Stunde weit außerhalb der Komfortzone im Hamburger Iron-Man-Stau verbringen musste.
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