Ein warmes Wochenende im Norden noch, eins von wenigen. Ein guter Plan, ein guter Sonntag, um das Meer zu sehen, nach langer Zeit. Die Rebel und die SR tasteten sich über Winterhude ich Richtung Stadtrand. Alles war entspannt, bis Anja über Funk nach ihrer TÜV-Plakette fragte. Ich musste anhalten und dahinterknien, um es zu glauben: Juli 2025. An eine Weiterfahrt wollten unsere Bäuche danach nicht mehr denken. Wir schwiegen eine Weile, dann war klar, dass ich allein an die Ostsee musste. Irgendwann lag die Stadt und der Frust hinter mir, und die SR brummte mit 80 Sachen über die auf unheimliche Weise einsamen Landstraßen Richtung Mölln. Die Strecke zog sich, und immer, wenn ich in den Rückspiegel schaute, war da nichts. Vor mir war auch nichts, nur verdorrte Spätsommerlandschaft und der Traum vom Meer. Am Strand in Brook rollte ich meine Decke aus und legte mich in die Sonne. Eine Stunde in Unterhose döste ich, dann zog ich Thermowäsche an, kickte ich die Yamaha an und fuhr über Schlutup zurück. Die Sachen waren viel zu warm, die Sonne stach erst von vorn, später war sie weg. Aber zu zweit wärs schöner.

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