über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Montag, 15. August 2011

Vanvan Now!

Samstag, 29.07.2011, Bayern
Reichlich übermüdet hatte ich Regensburg erreicht, war mit einem tiefergelegten Escort aus den Achtzigern abgeholt worden und saß am Nachmittag schließlich auf der Vanvan, den Gasgriff am Anschlag. Noch hatte ich Mühe, den richtigen Rhythmus zu finden, der bei knapp Neunzig endete. Bei knackigem Gegenwind kämpfte ich mich durchs Altmühltal und auf gelben Straßen über Berg und Tal. Regen setzte ein und hörte nicht wieder auf. In Hilpoltstein saß ich im Bistro mit einer gut gemachten Gulaschsuppe. Draußen stand orange die Vanvan. Spätnachmittags durchquerte ich in grauem Nass ohne Halt Nürnberg, musste aber einsehen, dass es so nicht weitergehen konnte. Triefend und frierend kehrte ich in Forchheim im Einfachsthotel "Easy" ein. Ich fuhr zum Supermarkt, holte Vinho Tinto und Käse und verbrachte den Abend vorm Fernseher, nachdem ich meine Schuhe trockengefönt hatte.

30.07.2011, Sonntag
Der nächste Tag war trocken und arschkalt. Ich war in Bamberg verloren umhergeirrt, bevor ich die B 279 fand. Eine Straße, die man sich unbedingt merken muss. Ganz allein brummte ich durch Landschaft wie in dem Reiseführer "Germany", in dem ich vor zwei Tagen in London Heathrow gelangweilt geblättert hatte. Nur dass dort auf den Bildern die Sonne schien. Hier war es grau, und der Wind blies eisig  gegen verzweifelnde 12 PS an. Die Fahrt über das sich am Horizont mächtig abzeichnende Rhönmassiv schminkte ich mir schnellstens ab, nachdem ich auf einem kleinen Pass im Vorfeld fast erfroren war. Westlich hinter den Bergen erreichte ich bei Fulda aufgelockerten Himmel und die B 27. Ich fühlte mich beinahe heimisch. Gutgelaunt schwang ich die Werra hinunter, hielt gelegentlich um ein, zwei Bifi zu inhalieren mit Anja zu konferieren, die mich am Bildschirm verfolgte. Witzenhausen kam romantisch in Sicht, als es Zeit wurde. Ich quartierte mich ein, bestellte Schnitzel "Holstein" am Markt und freute mich auf einen schönen Absacker irgendwo in einer der zahlreichen Bars in den lebendigen Mittelaltergassen. Pustekuchen, die Bürgersteige wurden hochgeklappt ehe es dunkel war.

31.07.2011 - Montag
Ein freier Montag war zu schade, um schnurstracks auf der B4 (es ginge auch auch die B3) verschwendet zu werden. Lag doch die schöne Weserstrecke so nah. Die Vanvan und ich hatten uns inzwischen eingegrooved. Ich verzichtete auf die letzten 10 Km/h und sie schnurrte im Overdrive durch die weiten Kurven den Fluss entlang. Ich wollte unbedingt alles aus dem Wesergebirge rausholen und da kam nur ein Weg in Frage, es zu verlassen: Durch die Porta Westfalica. Eine gute Stunde irrte ich durch die entsetzlich zersiedelte Gegend bei Rinteln, am Südrücken des Wiehengebirges, und quälte mich zusammen mit abertausenden Lastzügen durch den Weserdurchbruch. Sie begleiteten mich auf der schließlich folgenden, langen Fahrt durch die Ebene über Nienburg, Verden,  Rothenburg usw. Mit 70 Sachen saß ich mit zunehmender Erschöpfung die endlose Zielgerade ab. Die letzte Stunde verbrachte ich im Stau auf Hamburg zu.

14.08.2011 Strukdorf
Das war vor zwei Wochen. Jetzt, an diesem Augustwochenende hörte es für einen Tag auf zu regnen. Ich entpackte die Vanvan und fuhr los Richtung Strukdorf. Noch vor Oldesloe hielt mich nichts mehr auf der Bundesstraße. Ich probierte die Dorfstraßen um Grabau und Tralau aus, und fand mich auf Betongplattenwegen in verwunschenen Märchenwäldern wieder. Es waren die letzten Kilometer und ich wollte sie auskosten, näherte mich Strukdorf nur zögerlich mit mehreren Platzrunden. Vor versammelter Sippe fand die Übergabe statt, genau in dem Moment als die Sonne durchkam und das Orange leuchten ließ. Ein ausschweifendes Fest folgte. Der Regen am folgenden Sonntag dauerte bis zum Abend. Ich musste Anjas GS nach Hause fahren. Die Landschaft lag aufgeweicht und heiß dampfend vor uns. Das ging eine Weile gut, bis über Bargteheide die nächste Starkregenwelle auf uns zurollte. Im Rückspiegel sah ich Anja, abwesend grinsend auf der Vanvan in ein neues Zeitalter hineinrauschen.

Montag, 8. August 2011

Art-Café

Ungläubig hatten wir am Sonntagmorgen auf das Regenradar gestarrt. Meilenweit war kein Dauerregen in Sicht. Wir begaben uns gegen Mittag auf die Landstraße nach Lübeck. Es war ein windiger, frischer Tag im August wie im Herbst. Über Lasbek und Pölitz erreichten wir Oldesloe. Da wir in Strukdorf noch etwas nachzuschauen hatten, machten wir einen Umweg über die immer wieder kurvige Straße nach Segeberg. Von dort brauchten wir einige Anläufe, um die Strecke über Magarethenhof, Rohlstorf hinten um der Warder See herum wiederfanden. In Lübeck mussten wir ein Stück durch neu gemachte, boulevardartige Fußgängerzone fahren, um das Café zu erreichen, wor wir mit Tom verabredet waren. Zurück fuhren wir über Kronsforde, dann aber nicht über Kastorf (gesperrt), sondern brummten durch bis Berkenthin. Eine seltene, unterschätzte Strecke. Immer wenn es ein Stück westlich ging, sahen wir eine drohend schwarze, wenngleich fotogene Wolkenwand zu uns. An Anhalten war nicht zu denken. Nur eine außerordentlich scharfsinnig gewählte Route über z.T. unbekannte Buschtunnel durch die Feldmark brachte uns in letzter Sekunde ins rettende Parkdeck.

Sonntag, 7. August 2011

Rally Of The Year

Weit waren wir nicht gekommen. Aus der langhändig geplanten Rally war ein Versuch geworden, es vielleicht bis Grünendeich zu schaffen. Der Harte Kern, Marcus und ich, kämpfte sich durch den Freihafen bis weit nach Finkenwerder hinein. Am Airbus-Aussichtspunkt diskutierten wir die unheilvollen Radarbilder der Smartphones durch. Gerade hatten wir sie sicher verstaut, setzte Starkregen ein, dem man auch durch den Elbtunnel nicht entkommen konnte. Marcus war irgendwie noch bis Wilhelmsburg durchgekommen, ich kam gezeichnet zu Hause an, als gerade die Sonne wieder rauskam. Ich wollte ruinierte Harley noch waschen, aber der Dampfstahler der Shelltanke war defekt.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Harley Nights

An die Spätfahrten kann man sich gewöhnen. Noch sind die Abende hell, warm und kostbar. Es sind andere Aspekte als bei den wochenendlichen Tagestouren, wo immer das Ziel oder die Eleganz der Route wichtig ist. Abends, nach der Tagesschau zählt die Atmosphäre. Da können unmögliche Gegenden Reize entwickeln. Zum Beispiel am Dienstag, nachdem ich von der inzwischen klassischen Hafenrundfahrt zurück war und selbst nach dem Abendgrillen noch nicht genug hatte, statt in die Tiefgarage einfach abbog und eine einsame Fahrt durch dämmernde Gewerbegebiete Stellingens antrat. Das war so cool, dass ich am Mittwochabend wieder losfuhr. Normalerweise würde niemand jemals nach Bad Bramstedt fahren. Aber die B4 im Abendlicht wurde, mit ihrem schnurgerade in endlosen Langwellen ausgelegten Asphaltband, den in die Breite gehenden Feldern und Waldstückchen, und nicht zuletzt der stoisch mit Achtzig einsam dahinbrummenden Sportster zu einem respektablen Highway. Nach Kaltenkirchen führt eine kurvige Rennstrecke zwischen verschiedenfarbigen Kuhweiden hindurch. Ich tangierte noch Nord-Norderstedt, bog wieder die sechs Kilometer nach Quickborn ab, gondelte dort langsam durch, weil schon Bettgehzeit war. Mit der letzten Dämmerung, so gegen 22:30, rollte ich ins Lichtermeer der Stadt.

Montag, 18. Juli 2011

Easy Samstagnachmittag

Es war bereits ein freundlicher Samstagnachmittag, als wir und auf den Weg zu Planungsgesprächen nach Strukdorf machten. Anjas GS fühlte sich mit neuen Reifen wie neu, und überhaupt ging alles unheimlich easy. Die Maschinen brummten, die Felder reiften, der Regenschauer war irgendwo hinter den Bergen im Ansatz verdampft. Wir fuhren die alte Strecke über Lütjensee, Schönberg Richtung Kastorf, wurden aber umgeleitet über Berkenthin und kamen über Krummesse nach Lübeck rein. Dort drehten wir gutgelaunt eine kleine Stadtrunde, denn es ist immer wieder nett, einfach mal zu gucken ob noch alles da ist. Alles war da und sonnte sich. Von Strukdorf aus hatte ich die Pflicht einer Testfahrt auf Horsts T-Max. Ich glitt, fasziniert von der perfekten Weltraumtechnik und etwas entrückt, über idyllische Alleen hinterm Warder See. Grüne Auen und prächtige Herrenhäuser zogen teilnahmslos vorbei. Nachdem alles in trocknen Tüchern war, machten wir uns auf den Heimweg. Am südlichen Horizont verdichtete es sich, so dass wir ganz unprätentiös die B 75 nahmen. Der Regenschauer kam nur als leichter Hauch, und auch erst, nachdem wir spätabends längst mit dem Grillen durch waren und uns des Lebens freuten.

Montag, 11. Juli 2011

Männer und Maschinen

Mal ganz ungewohnt ging ich mit Marcus und Christoph auf Herrentour. Etwas müde führte ich auf der Sporster den Konvoi aus uralter GS und hypermoderner Versys durchs Lauenburgische. Unsicher, zu langsam zu sein, versuchte ich die beiden durch atemberaubende Streckenführung abzulenken. Die spektakulären Sträßchen hinter Mölln, über Kittlitz und Goldensee verfehlten ihre Wirkung nicht. Wie Männer so sind, kam keine Pause vor der Eisdiele in Schönberg, die wir mit letzter Kraft erreichten. Bis Brook war es zum Glück nicht weit. Wir saßem am bleiernden Strand und erklärten die Welt. Moderne Mobilkommunikationstechnologie führte uns zum Matjes mit Bratkartoffeln in Rosenhagen. Auf dem Rückweg übernahm ab Ratzeburg Marcus die Führung. Er kennt die elegant-geradlinige Strecke über Nusse nach Trittau, durch weites Feld und tiefen Wald. Ohne Halt und mit kalten Füßen rauschten wir bis an die Alster. Zum Abschied reichte ein Winken aus der Kurve heraus.

Samstag, 2. Juli 2011

Portugal 2011 (b)

Portugal ist schön, sonnig und genau da, wo man sein will. Man braucht zwei Wochen, 2000 Kilometer und zwei 250er Hondas, um das beurteilen zu können. Wir können, und werden es beweisen in einem zeitnah erscheinenden, ausführlichem Reisebericht.