über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Samstag, 12. April 2025

Frieden

Die Sonne schien seit Tagen allein aus einem leeren Himmel, und am Horizont war schon Ostern zu sehen. Kein Zweifel, der Frühling war längst da. Und endlich gab es nichts zu tun außer die Bikes anzulassen, voll zu tanken und loszufahren. Ein amtlicher Saisonstart war schon immer die Elbufertour nach Dömitz. Daran war nichts Spektakuläres, aber genüsslich auf der B195 durch den Apriltag zu rollen, das hatte etwas unheimlich friedliches. Die zahlreichen Testo-Racer, die auf der allerletzten Rille vorbeipreschten konnten daran nichts ändern. In Neuhaus entdeckten wir ein Eiscafé in der zweiten Reihe. Es ist normalerweise für die Einheimischen vorgesehen, wir merkten es uns trotzdem. Irgendwo auf dem letzten Drittel war die Strecke gesperrt, und zwar wirklich. Auf der Suche nach dem Schleichweg fanden wir uns in der herrlichen Einsamkeit der Elbauen wieder und planten einen Rückweg durchs Dickicht: Zarrentin, Gudow, Büchen, Lauenburg. Alles schon mal dagewesen, aber gut aufgehoben im Portfolio. Es war noch genug Sonne übrig für die Bummelstrecke am Deich entlang zurück in die Stadt. Die Leute dort standen in ihren Autos im Stau, wo sie vielleicht auch hingehörten.



Samstag, 22. März 2025

Lächeln

Zu Zweit unterwegs bei greller Märzsonne, Anja im Rückspiegel und im Ohr - Freiheit und Normalität, waren wieder da, wo sie hingehörten. 15 Grad waren kein Sommer, doch auch die kleine Tour war das große Glück. Wir setzten uns 2 Wegpunkte: Lederjacke kaufen im Offakamp und Bikes evaluieren (mal wieder) in Seevetal. Dazwischen lagen leichtfüßige Kilometer im Speckgürtel, ohne Anspruch in eisigem Ostwind. Die neue Jacke bewährte sich gut, erst ganz auf dem Rückweg kroch die Kühle. Wir fuhren über Over zurück in den Hafen, suchten dort Fotospots, dann ging es in die Stadt. Dort waren alle gestresst. Sie waren Fußgänger und wollten irgendwas erleben, worüber wir nur müde lächelten.



Samstag, 8. März 2025

Kein Problem.

Überall Probleme, nur n der Heide nicht. Zumal nicht bei 16 Grad, und schon gar nicht auf der Z, die so geschmeidig und lustvoll fuhr, das hatte ich ganz vergessen vor lauter Goretex und Mietmopeds. Hier war es goldsonnig, einsam und klar. Kein Mensch war da und kein kein Problem. Ich ließ mich ohne Navi über die Militärstraßen treiben bis hinunter nach Wietzendorf, immer nach Gefühl. Es war überall gleich, überall leer, und klar, und richtig. Irgendwann war ich wieder in der Stadt. Dort waren viele Menschen, die viele Probleme und viele Autos hatten und demonstrierten. Ich kämpfte mich durch bis zu meiner warmen Wanne. Dort war alles klar.



Samstag, 1. März 2025

Hier in Puerto Rosario

Mit dem Bus von Puerto Rosario nach Caleta de Fuste, das war einfach. Und auch dort blieb alles Easy Riding. Wir bekamen eine Chinesische GS, die war groß und schwach, aber vollkommen okay um über die Highways unseres heimlichen Lieblingswüstenplaneten zu gleiten, und zwar auch bei knackigem Nordwind. Die Straßen waren leerer, länger, die Berge höher und die Wüste wüstiger als in unserer Erinnerung. In Rosario lebten wir unter Spaniern in erlösender Normalität. Leider musste Anja nach 2 Tagen abreisen. Dafür gab es gute Gründe. Aber ich blieb zurück, feierte Geburtstag mit der Chinesin, der Wüste und dem Einkaufszentrum, wo ich mich inzwischen gut auskannte. Im Nordwesten der Insel gab es Brandung, Sunset, Pulpo, im Süden perfekte Bergstraßen ohne Verkehr und bei mir im Zimmer eine Flasche Wein aus Teneriffa. Das war alles hier, und ein par Tage lang zählte nur das.




Sonntag, 23. Februar 2025

Meine Wahl

Ich konnte mich an die letzte Fahrt gar nicht mehr erinnern. Heute, als das Thermometer für einen kurzen Moment zweistellig wurde, gingen alle zur Wahl. Meine Wahl war klar: Ich zog Thermounterwäsche an und startete die Honda. Es war als wäre nichts gewesen. Ohne Navi und ohne Nachdenken fuhr ich über den Hafen aus der Stadt raus. Kurze darauf war ich allein in der Nordheide, die Griffe heizten auf 50%, Sonne schien auf braunes Wüstland. Ich nahm es an wie ein geschenktes Stück Frühling. Es hätte viel durchzudenken gegeben, doch ich konnte nur über diese kleine Strecke philosophieren, die so schön leer, und einsam durch das Land zog an diesem Nachmittag im Februar. Wie alles weitergeht war eigentlich egal, solange sowas geht.




Montag, 30. Dezember 2024

Weihnachten wie noch nie

Weihnachten auf Malle, das gabs noch noch nie. Eine Woche in Sonne und Luxus, dazu eine schneeweiße Vespa 300 und Straßen aus der Bucketlist. Als allererstes musste man die Sonnenbrille aufsetzen. Warme Unterwäsche war aber auch im Koffer, aus gutem Grund. In der Stadt war alles klaro bei Tapas im Freien, in den Bergen pfoff eisiger Wind durch jede Ritze, und da waren wir jeden Tag unterwegs. Mit gesunden 20 PS schnurrten wir über die Insel bis an letzte Ende. In den Kurven machten die Reifen mir Angst, ansonsten kamen wir gut klar mit der Vespa. Am Weihnachtstag ging alles außer tanken. Mit dem letzten Tropfen Benzin erreichten wir die einzige offene Tankstelle in Alcudia. Zur Belohnung bruten wir uns Pulpo statt Weihnachtsgans. Noch ein paar Fahrten, dann war Weihnachten vorbei ohne es zu merken.



Montag, 23. Dezember 2024

Vorweihnachten

Ein Lichtstrahl stach durchs endzeitliche Dunkel. Ein heller Gedanke, die Kawasaki willig, und kein Verkehr. Ein geretteter kleiner Tag auf der auf der Elbchaussee. Weihnachten konnte kommen.