Im skurrilen Hotel Blönduos hatten wir uns festgesetzt, guckten wahlweise die vom Nordpol anstürmende Brandung oder verrauschte WM-Spiele. In der Zwischenzeit zog das üble Regentief vorbei und wir bereiteten unsere Hochlandüberquerung vor. Aus Angst füllten wir noch eine Limoflasche mit Benzin voll und nahmen sie mit. Am Samstagmorgen bogen wir gut gelaunt auf die F35 ab. Sie begann harmlos wir jede Unpaved Road, oben wird es etwas gröber. Noch weiter oben folgt die Piste den Vorgaben der Landschaft, d.h. auf den gerölligen Ebenen besteht sie aus grobem Schotter. Die Vanvans fanden immer Grip, wenns drauf ankam und Anja wusste was zu tun ist: Am Gas bleiben. Die Sicht war gut und am Horizont erhoben sich blendend die beiden enormen Gletscher und dazwischen das alpinesque Kerlingergebirge. Mittendrin lag unser Bergresort, wir bezogen unsere Luxushütte und fingen an zu wandern. Der Weg zu den Blubberfeldern war aber viel zu weit, also wanderten wir zurück und nahmen die Maschinen. Es folgte eine Piste der C-Kategorie, Steigungen die mit Not im Zweiten erklommen wurden, auf Schotter wie Tennisbällen. Am Gas bleiben, um zu überleben. Zwischen den Bergen liegt eine abgefahrene, bunte Felslandschaft eines anderen Planeten, aus den Ritzen dampft und sprotzt es. Aus der grauen Masse, eben noch fotogener Hintergrund, entwickelte sich in Sekunden ein Hagelschauer, der alles unter sich begrub. Im Schritttempo, blind und tropfnass holperten und schlingerten wir die Trialpiste hinab und machten drei Kreuze, als wir lebend vor unserer Hütte standen. Zur Belohnung bestellten wir eine Isländische Fleischsuppe und eine Fischeintopf.

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