Irgendwann waren alle Geschichten erzählt, alle Brötchen verspeist und vor uns lag ein strahlendes Wochenende im Urlaubsland Schleswig Holstein. Vielleicht klappt es ja diesmal mit der Düne. Von Strukdorf aus ging es entspannt auf die jedes Mal aufs Neue traumhafte Strecke Ahrensbök-Eutin-Lensahn-Oldenburg. Wir hatten alles für uns, glitten ohne Handschuhe durch einen flirrenden Nachmittag. Als wir gerade ausholen wollten zum finalen Schlag, enstand auf der Autobahn bei Heiligenhafen ein sogen. Horror-Stau. Schwitzende Leiber, Hunde und Campingstühle auf dem Standstreifen. Wir passten trotzdem noch durch und nahmen die nächste Ausfahrt. Halb studierend neugierig, halb hoffend auf eine unentdeckte Bucht, rollten wir fassungslos durch bis zum letzten Zentimeter ausgequetschte Küstenorte südlich von Großenbrode. Wir fanden eine Bucht, aber sie war winzig und das Meer bedrohlich nah. In sonntagsgeöffneten Lidlmärkten stehen junge Sachsen schlange und kaufen Grillkohle. Wir kauften eine Flasche Rioja und segelten im Abendlicht nach Neukoppel. Dort war alles, was wir brauchten: Telse und ihr Jungvolk, Webergrill, und als Krönung das Sommerfest des örtlichen MC.
Am Sonntag war immer noch Sommer und wir in Neukoppel. Wir einigten uns auf einen dritten Versuch, die Düne auf Atlantis zu erreichen. Es ging entspannt auf die jedes Mal aufs Neue traumhafte Strecke Ahrensbök-Eutin-Lensahn-Oldenburg. Ohne Halt erreichten wir die Insel, direkt vor der Düne war eine Parklücke und hinter einem Busch war der heftige Ostwind sehr angenehm. Zu einem schnellen Schlaf brauste das Meer.Wir ließen ein paar Stunden vorbeiziehen und gingen gemütlich den Rückweg an, auf einer selten befahrenen Route über Neustadt, Süsel und Pansdorf. Sie ging genau richtig und geradlinig durch reifen Weizen und strahlte den bröseligen Glanz einer ehemals bedeutenden Bundesstraße aus, die nun unter dick gewordenen Alleebäumen einwuchert. Das Beste war, sie endete wieder am Hähnchengrill in Schwartau. Die B75 nach Hamburg glitten wir im diffusen Abendlicht einer wabernden Wolkenmasse mit unklarem Ausgang entgegen. In Hamburg lag noch die zermürbende Hitze des Tages auf dem Asphalt. Die Menschen flehten um Regen, aber der Himmel schwitzte nur einzelne Tröpfchen aus. Erleichtert diagnostizierten wir die angenehme Verblödung nach so einem Tag. Geht doch.
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