Der Weg nach Myvatn führte 165 Kilometer durchs Nichts. Einen guten Teil davon fuhren wir zudem durch dichten Nebel, manchmal so dicht, dass ich über jeden sichbaren Brgrenzungspfosten froh war. Es war eine sehr abstrakte Fahrt. Im sichtbaren Teil sahen wir eine Landschaft, die völlig mit sich selbst beschäftigt war. Grau, braun , zerrissen und oft wie hingerotzt liegende Lavatrümmer. Außer der fremdkörperartig auf einem Damm hineingelegten Straße konnten wir alle Stadien der natürlichen Selbstzerstörung und Wiederneuordnung beobachten, jeweils einen Augenblick in Jahrmillionen. Eine bewährte Methode sich aufzuwärmen ist, mit allem Goretexgeschlüchter einen Geröllhügel hinaufzusteigen und damit Odin noch etwas näher zu sein. Nachdem wir von einer blauhaarigen Elfe im Gasthaus (mit Sammelbad) eingecheckt wurden, fuhren wir die 50 Kilometer zum Dettifoss. Obwohl dort die Chinesen mit Reisebussen angekarrt werden, konnten wir das Naturschauspiel nur bewundern. Der Vulkankrater Krafla (dort wandern die Chinesen im Kreis) war auch gut, obwohl ich das angeschlossene Geothermalkraftwerk besser fand. Es beheizt auch die heiße Dusche, dich im abends dringend nötig hatte.
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