Gleich hinter der Ecke bei Hövn hörte der Sprühniesel auf, und eine sensationelle Küstenstraße entlang der zerklüfteten Ostflanke Islands begann. Im Zentrum des bekannten Islandtiefs, rotierte der Wind wie wir gegen den Uhrzeiger und schob uns weiterhin satt voran. Die Szenerie an den Fjorden entsprach genau den Vorstellungen: Einsame Küstenstraße, heftiger Wind aus allen Richtungen, der Atlantik umrahmt von schneebedeckten Bergen wie alpine Dreitausender, Wolken, die über die Gipfel quellen und wie Teppiche über dem Fjord wabern. Mittendrin zwei Vanvans, die sich wacker abmühten. Es war eine Strecke, auf der das klein und langsam sein seine Stärke ausspielen konnte. Wir glotzten eine Halbzeit Belgien - USA mit Einheimischen im Grillimbis von Reidarfjördur, einer matten Hafenstadt ohne Tourismus. Dann machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel in Breiddalsvik. Die Strecke zog sich jetzt ins Endlose, der Sturm kam nun meist frontal, oder in heftigen Böen von der Seite, und hatte jetzt Regen dabei. Verloren in der drohenden Schwärze ertasteten wir unseren Weg. Das Naturerlebnis war unvergleichlich, genau wie die Erleichterung, als Endlich das Schild "Hotel Magret 1000 m" kam.
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