über 20 Jahre !!!
Montag, 18. Juli 2011
Easy Samstagnachmittag
Es war bereits ein freundlicher Samstagnachmittag, als wir und auf den Weg zu Planungsgesprächen nach Strukdorf machten. Anjas GS fühlte sich mit neuen Reifen wie neu, und überhaupt ging alles unheimlich easy. Die Maschinen brummten, die Felder reiften, der Regenschauer war irgendwo hinter den Bergen im Ansatz verdampft. Wir fuhren die alte Strecke über Lütjensee, Schönberg Richtung Kastorf, wurden aber umgeleitet über Berkenthin und kamen über Krummesse nach Lübeck rein. Dort drehten wir gutgelaunt eine kleine Stadtrunde, denn es ist immer wieder nett, einfach mal zu gucken ob noch alles da ist. Alles war da und sonnte sich. Von Strukdorf aus hatte ich die Pflicht einer Testfahrt auf Horsts T-Max. Ich glitt, fasziniert von der perfekten Weltraumtechnik und etwas entrückt, über idyllische Alleen hinterm Warder See. Grüne Auen und prächtige Herrenhäuser zogen teilnahmslos vorbei. Nachdem alles in trocknen Tüchern war, machten wir uns auf den Heimweg. Am südlichen Horizont verdichtete es sich, so dass wir ganz unprätentiös die B 75 nahmen. Der Regenschauer kam nur als leichter Hauch, und auch erst, nachdem wir spätabends längst mit dem Grillen durch waren und uns des Lebens freuten.
Montag, 11. Juli 2011
Männer und Maschinen
Mal ganz ungewohnt ging ich mit Marcus und Christoph auf Herrentour. Etwas müde führte ich auf der Sporster den Konvoi aus uralter GS und hypermoderner Versys durchs Lauenburgische. Unsicher, zu langsam zu sein, versuchte ich die beiden durch atemberaubende Streckenführung abzulenken. Die spektakulären Sträßchen hinter Mölln, über Kittlitz und Goldensee verfehlten ihre Wirkung nicht. Wie Männer so sind, kam keine Pause vor der Eisdiele in Schönberg, die wir mit letzter Kraft erreichten. Bis Brook war es zum Glück nicht weit. Wir saßem am bleiernden Strand und erklärten die Welt. Moderne Mobilkommunikationstechnologie führte uns zum Matjes mit Bratkartoffeln in Rosenhagen. Auf dem Rückweg übernahm ab Ratzeburg Marcus die Führung. Er kennt die elegant-geradlinige Strecke über Nusse nach Trittau, durch weites Feld und tiefen Wald. Ohne Halt und mit kalten Füßen rauschten wir bis an die Alster. Zum Abschied reichte ein Winken aus der Kurve heraus.
Samstag, 2. Juli 2011
Portugal 2011 (b)
Portugal ist schön, sonnig und genau da, wo man sein will. Man braucht zwei Wochen, 2000 Kilometer und zwei 250er Hondas, um das beurteilen zu können. Wir können, und werden es beweisen in einem zeitnah erscheinenden, ausführlichem Reisebericht.
Montag, 13. Juni 2011
Landflucht
Ein großes Familenfest auf dem Anwesen im Frühsommer ist eine feine Sache. Vor allem fand sich ein Zeitfenster, und von Strukdorf aus ist es überall hin nicht mehr weit. Allein und den Smalltalk ein Stück hinter mir lassend kurvte ich gedankenverloren über Berlin, Wöbs, Bosau, alte und neuentdeckte Landstraßen immer weiter durchs Ostholsteinische. Dabei nahm ich spontan und ohne jeden Plan hier und da mal Parallelstrecken und Abzweige, die mich an nie gesehe Orte brachten, z.B. das seltsames Schloss, das ich in der Nachbetrachtung partout nicht wiederfinden konnte. Querfeldein bis hoch zum Schönberger Strand arbeitete ich mich vor, rauchte eine und machte mich ebenso planfrei auf den Rückweg, wobei ich für wenige Sekunden einen Regenschauer durchfuhr. Zum Kaffee erschien ich auf dem Anwesen.
Am Sonntag, als alle in alle Winde verstreut waren, kam Anja mit. Ich war so begeistert, dass ich die gestrige Tour mit geringen Änderungen kopierte. Über grünen weiten Felden lugte der Turm Hessenstein aus dem Waldrand. In seinem Schatten tranken wir Kaffee wie in alten Zeiten. Später, im Bermudadreieck zwischen Kasseedorf, Sagau und Kirchnüchel fanden wir klitzekleine Romantikstraßen, für allein die es sich lohnen würde, speziell abgestimmte Fahrzeuge anzuschaffen. Unzählige Tankfüllungen später erreichten wir in wohliger Erschöpfung die wie immer ahnungslose Großstadt.
Am Sonntag, als alle in alle Winde verstreut waren, kam Anja mit. Ich war so begeistert, dass ich die gestrige Tour mit geringen Änderungen kopierte. Über grünen weiten Felden lugte der Turm Hessenstein aus dem Waldrand. In seinem Schatten tranken wir Kaffee wie in alten Zeiten. Später, im Bermudadreieck zwischen Kasseedorf, Sagau und Kirchnüchel fanden wir klitzekleine Romantikstraßen, für allein die es sich lohnen würde, speziell abgestimmte Fahrzeuge anzuschaffen. Unzählige Tankfüllungen später erreichten wir in wohliger Erschöpfung die wie immer ahnungslose Großstadt.
Montag, 6. Juni 2011
Südseeexperiment
02.06.2011
Geplant wie eine kontinentale Reise, war es auch ein Experiment, aber zunächst war es Vatertag, als wir uns am Donnerstagmorgen vollbepackt auf die B4 nordwärts begaben. Die Tempovorgabe der125er Honda billigend brummten wir unter leuchtender Sonne über die weithin unbekannte Straße, die doch zu den Müttern der großen Chausseen gehört. Wir durchquerten Städte wie Neumünster und Rendsburg, rauschten endlose Kilometer durch monotone Knicks, machten große Bögen um bollerwagenziehende Gruppen besoffener Halbstarker, und erreichten mit dem letzten Tropfen Flensburg. Wir staunten nicht schlecht über die Stadt am Rand der bekannten Welt, und diskutierten zwischen Wurstbuden die siffende Stelle an Anjas Kardanöleinfüllschraube mit dem Ergebnis durch, bis Ærø durchzuhalten. Dänemark begann ein paar Meter weiter. Es sieht aus wie im Prospekt. Die Landschaft ist malerisch soft, die Dörfchen schnuckelig hübsch und die Blondinen uniform blond. Ein Stück gemütliche Bundesstraße weiter liegt Sønderborg dann kommt Mommark . Die Fähre ging aber neuerdings ab Fynshav, wo wir zusammen mit einem ausgewachsenen Harley- sowie einem Piaggo Tuc-Tuc -Chapter anderthalb Stunden warteten. Auf Ærø ist alles noch niedlicher. Mit üppigen 80 Sachen schwangen wir durch die sanftgrün-wellige, mit farbig hervorleuchtenden Dörfern verzierte Insel, den Blick mal links mal rechts über die mit Segelschiffen übersähte Dänische Südsee schweifend. In Marstal bauten wir unser Zelt auf, lugten vorsichtig in die hutzelige alte Innenstadt und waren froh, beim Inder noch eine Pizza "Adios" abzugreifen.
03.06.2011Das Frühstück mussten wir in Marstal-Centrum in Form von Waffeln mit Softeis nachholen. Dann gingen wir zu Fuß zum Einkaufen und ins Museum. Die Honda konnte man mit allen Sachen und steckendem Schlüssel einfach irgendwo abstellen. Überhaupt war sie einfach das angemessene Fahrzeug, um sogar zu zweit über sich in hohes Gras kuschelnden winzigen Nebenstraßen im Hinterland zu kurven, jederzeit bereit spontan zu einem Picknick anzuhalten oder dem erstbesten Wegweiser zum nächsten Strandzugang, irgendwo an einer menschenleeren Bucht unter der Steilküste, zu folgen. Die Junitage sind endlos, so dass man bedenkenlos ein Stündchen vom Nachmittag unter sanftem Wellenplätschern verschlafen konnte, ehe uns die aufreibende Suche nach einem wiederum neuen Picknickplatz für das Abendbrot auf entlegene Landzungen und in unbekanntes Inselinneres führte.
04.06.2011
Nach einer gemütlichen Siteseeingrunde bretterten wir in einem Zuge nach Søby, wo uns nichts blieb als angesichts der herrenlos im Hafen dümpelnden Fähre erstmal Kaffee und Eis zu bestellen. Die Reservierung konnte man auch telefonisch durchgeben, davon abgeshen kann man für Motorräder überhaupt nicht reservieren. Mit der Gewissheit lag nichts näher, abermals über die grünkuscheligen Nebenstraßen zu der Stelle am Steilufer zu fahren und ein Stündchen vom Nachmittag unter sanftem Wellenplätschern zu verschlafen. Im museumsartig herausgeputzten Ærøskøbing gibt es am Hafen eine Fischräucherei, ein Must-Eat. Wir bestellten gleich mehrere Portionen. Zurück in Marstal mussten wir noch das siffende Kardanöleinfüllschraubenproblem lösen. Ich recherchierte erfolglos im Camping-WLAN, bis sich endlich das passende Spezialwekzeug unter der Sitzbank anfand: Eine Tube Pattex. Selbstbewusst packten wir unsere Picknickausrüstung, gingen zu unserer Bank am Yachthafen und sahen der endlosen Dämmerung zu.
05.06.2011
Verzweifelt stopfte der Einweiser die Fahrzeugmassen, darunter wieder die Tuc-Tucs, in das spielzeughafte Schiffchen. Die Honda kam in die letzte verbleibende Ritze. Eine Stund später rollten wir In trübsinniger Kolonne bis Rusa, wo wir die letzten 35 Kronen in Einfachhotdogs umsetzten. Weitere 10 Minuten später waren wir wieder in Deutschland. Am Rand Flensburgs hatten wir Mühe, die gutausehende Strecke über Tastrup, Hürup, Satrup, Sterup, Brarup und (beliebige weitere Ups) zu finden. Im direkten Vergleich fehlte eine gewisse Buntheit, was durch die nüchtern im Zenit stehende Sonne unvorteilhaft verstärkt wurde. Kaffeedurstig erreichten wir Eckernförde, hielten den Menschenmassen am Hafen jedoch nicht stand. Über eine sensationelle Nebenstrecke durch den Wald kamen wir über Holtsee in die Nähe Rendsburgs. Bei Eis und Kaffee bewunderten wir den rauhen Charme Büdelsdorfs. Mit der albernen Schwebefähre setzten wir über den Kanal und arbeiteten und Landstraße für Landstraße, Dorf für Dorf durch die sengende Nachmittagshitze vor und werteten nebenbei die Ergebnisse des Experiments aus. Zum Beispiel, wie frappierend frei die Bahn ist, wenn man langsam ist. Und dass man sich mit dem Campinggestühl irgendwas einfallen lassen muss. Auf einer enormen Allee erreichten wir Emkendorf und dann schräg von Nordosten aus Neumünster. Jeder Kilometer wurde heißer, als würde gleich hinter einem Hügel das Mitelmeer auftauchen. Der Asphalt war flüssig, als wir schließlich in Hamburg anrollten. Die Elbe war verkocht und bildete diffuse Quellwolken über der Stadt. Wir fanden uns betäubt im Paralleluniversum des Sonntags-geöffneten Lidl Marktes wieder, erkämpften eine Packung Grillfleisch und wären gern noch ein Stück weiter gefahren, endeten aber auf dem Balkon in der Weidenallee.
Geplant wie eine kontinentale Reise, war es auch ein Experiment, aber zunächst war es Vatertag, als wir uns am Donnerstagmorgen vollbepackt auf die B4 nordwärts begaben. Die Tempovorgabe der125er Honda billigend brummten wir unter leuchtender Sonne über die weithin unbekannte Straße, die doch zu den Müttern der großen Chausseen gehört. Wir durchquerten Städte wie Neumünster und Rendsburg, rauschten endlose Kilometer durch monotone Knicks, machten große Bögen um bollerwagenziehende Gruppen besoffener Halbstarker, und erreichten mit dem letzten Tropfen Flensburg. Wir staunten nicht schlecht über die Stadt am Rand der bekannten Welt, und diskutierten zwischen Wurstbuden die siffende Stelle an Anjas Kardanöleinfüllschraube mit dem Ergebnis durch, bis Ærø durchzuhalten. Dänemark begann ein paar Meter weiter. Es sieht aus wie im Prospekt. Die Landschaft ist malerisch soft, die Dörfchen schnuckelig hübsch und die Blondinen uniform blond. Ein Stück gemütliche Bundesstraße weiter liegt Sønderborg dann kommt Mommark . Die Fähre ging aber neuerdings ab Fynshav, wo wir zusammen mit einem ausgewachsenen Harley- sowie einem Piaggo Tuc-Tuc -Chapter anderthalb Stunden warteten. Auf Ærø ist alles noch niedlicher. Mit üppigen 80 Sachen schwangen wir durch die sanftgrün-wellige, mit farbig hervorleuchtenden Dörfern verzierte Insel, den Blick mal links mal rechts über die mit Segelschiffen übersähte Dänische Südsee schweifend. In Marstal bauten wir unser Zelt auf, lugten vorsichtig in die hutzelige alte Innenstadt und waren froh, beim Inder noch eine Pizza "Adios" abzugreifen.
03.06.2011Das Frühstück mussten wir in Marstal-Centrum in Form von Waffeln mit Softeis nachholen. Dann gingen wir zu Fuß zum Einkaufen und ins Museum. Die Honda konnte man mit allen Sachen und steckendem Schlüssel einfach irgendwo abstellen. Überhaupt war sie einfach das angemessene Fahrzeug, um sogar zu zweit über sich in hohes Gras kuschelnden winzigen Nebenstraßen im Hinterland zu kurven, jederzeit bereit spontan zu einem Picknick anzuhalten oder dem erstbesten Wegweiser zum nächsten Strandzugang, irgendwo an einer menschenleeren Bucht unter der Steilküste, zu folgen. Die Junitage sind endlos, so dass man bedenkenlos ein Stündchen vom Nachmittag unter sanftem Wellenplätschern verschlafen konnte, ehe uns die aufreibende Suche nach einem wiederum neuen Picknickplatz für das Abendbrot auf entlegene Landzungen und in unbekanntes Inselinneres führte.
04.06.2011
Nach einer gemütlichen Siteseeingrunde bretterten wir in einem Zuge nach Søby, wo uns nichts blieb als angesichts der herrenlos im Hafen dümpelnden Fähre erstmal Kaffee und Eis zu bestellen. Die Reservierung konnte man auch telefonisch durchgeben, davon abgeshen kann man für Motorräder überhaupt nicht reservieren. Mit der Gewissheit lag nichts näher, abermals über die grünkuscheligen Nebenstraßen zu der Stelle am Steilufer zu fahren und ein Stündchen vom Nachmittag unter sanftem Wellenplätschern zu verschlafen. Im museumsartig herausgeputzten Ærøskøbing gibt es am Hafen eine Fischräucherei, ein Must-Eat. Wir bestellten gleich mehrere Portionen. Zurück in Marstal mussten wir noch das siffende Kardanöleinfüllschraubenproblem lösen. Ich recherchierte erfolglos im Camping-WLAN, bis sich endlich das passende Spezialwekzeug unter der Sitzbank anfand: Eine Tube Pattex. Selbstbewusst packten wir unsere Picknickausrüstung, gingen zu unserer Bank am Yachthafen und sahen der endlosen Dämmerung zu.
05.06.2011
Verzweifelt stopfte der Einweiser die Fahrzeugmassen, darunter wieder die Tuc-Tucs, in das spielzeughafte Schiffchen. Die Honda kam in die letzte verbleibende Ritze. Eine Stund später rollten wir In trübsinniger Kolonne bis Rusa, wo wir die letzten 35 Kronen in Einfachhotdogs umsetzten. Weitere 10 Minuten später waren wir wieder in Deutschland. Am Rand Flensburgs hatten wir Mühe, die gutausehende Strecke über Tastrup, Hürup, Satrup, Sterup, Brarup und (beliebige weitere Ups) zu finden. Im direkten Vergleich fehlte eine gewisse Buntheit, was durch die nüchtern im Zenit stehende Sonne unvorteilhaft verstärkt wurde. Kaffeedurstig erreichten wir Eckernförde, hielten den Menschenmassen am Hafen jedoch nicht stand. Über eine sensationelle Nebenstrecke durch den Wald kamen wir über Holtsee in die Nähe Rendsburgs. Bei Eis und Kaffee bewunderten wir den rauhen Charme Büdelsdorfs. Mit der albernen Schwebefähre setzten wir über den Kanal und arbeiteten und Landstraße für Landstraße, Dorf für Dorf durch die sengende Nachmittagshitze vor und werteten nebenbei die Ergebnisse des Experiments aus. Zum Beispiel, wie frappierend frei die Bahn ist, wenn man langsam ist. Und dass man sich mit dem Campinggestühl irgendwas einfallen lassen muss. Auf einer enormen Allee erreichten wir Emkendorf und dann schräg von Nordosten aus Neumünster. Jeder Kilometer wurde heißer, als würde gleich hinter einem Hügel das Mitelmeer auftauchen. Der Asphalt war flüssig, als wir schließlich in Hamburg anrollten. Die Elbe war verkocht und bildete diffuse Quellwolken über der Stadt. Wir fanden uns betäubt im Paralleluniversum des Sonntags-geöffneten Lidl Marktes wieder, erkämpften eine Packung Grillfleisch und wären gern noch ein Stück weiter gefahren, endeten aber auf dem Balkon in der Weidenallee.
Sonntag, 15. Mai 2011
No Burnout Weekend
Wenn man auf der B 435 aus der Stadt herausfährt, kann man bis vor die Tore Bargteheides gelangen, ohne geschlossene Ortschaften zu verlassen. Die Grünstreifen zwischen den diversens Ammersbeks mal ausgenommen. Es war Samstagabend und wir waren abermals auf dem Weg nach Strukdorf, diesmal auf Einladung. Der eher funktionalen Prägung der Fahrt entsprechend saßen wir zu zweit auf der 850. Seit letzter Woche hatte es endlich den Wetterumschwung gegeben. Über klar und kühl im Streiflicth liegenden Land fetzte ein wilder Westwind, der den Himmel klinisch saubergefegt hatte. In Oldesloe bog ich spontan auf die kurvige, aber irgendwie nie auf dem Weg liegende Straße Richtung Segeberg ab. Über nie gesehene seltsam leuchtende Dörfer kämpften wir vor. Die Dämmerung lag noch in weiter Ferne, als wir mit kalten Fingern das Anwesen erreichten.
Sonntag, spätvormittags fuhren wir über Neukoppel, wo wir niemanden antrafen, die bekannte und unschlagbare Strecke bis Ahrensbök. Der Asphalte glänzte tiefschwarz dampfend vor einer dramatischen Kulisse strahlender Knicks vor dunkelgrau drohenden Schwerwolken. Ahrensbök verbindet eine Ausnahmestrecke mit Pansdorf. Ich kenne Sie aus der Vorzeit und wir ignorierten die Regenschauer, fuhren weiter durch bis ins verschnarcht auf den Sommer wartende Timmendorf. Immerhin: Der Aldi Markt hatte geöffnet, so dass das Abendessen schon mal gerettet war. Von Timmendorf ist es ein Steinwurf bis Brodten, wo wir in erdrückender Piefigkeit auf der Herrmannshöhe vergeblich auf das Ausrücken der Windjammer warteten. Die Rückfahrt über die zielgerichtete B 75, behindert durch apathische Sonntagsfahrer verstrich in Wechsellicht. Ein wohltuender Kontrast war der Anblick üppigen Chroms, der Sound röhrender Achtzylinder und der Geruch genussvoll verbrannten Gummis beim US-Car Event auf dem Heiligengeistfelds, wo wir dreckig wie nach einer Rally endeten.
Sonntag, spätvormittags fuhren wir über Neukoppel, wo wir niemanden antrafen, die bekannte und unschlagbare Strecke bis Ahrensbök. Der Asphalte glänzte tiefschwarz dampfend vor einer dramatischen Kulisse strahlender Knicks vor dunkelgrau drohenden Schwerwolken. Ahrensbök verbindet eine Ausnahmestrecke mit Pansdorf. Ich kenne Sie aus der Vorzeit und wir ignorierten die Regenschauer, fuhren weiter durch bis ins verschnarcht auf den Sommer wartende Timmendorf. Immerhin: Der Aldi Markt hatte geöffnet, so dass das Abendessen schon mal gerettet war. Von Timmendorf ist es ein Steinwurf bis Brodten, wo wir in erdrückender Piefigkeit auf der Herrmannshöhe vergeblich auf das Ausrücken der Windjammer warteten. Die Rückfahrt über die zielgerichtete B 75, behindert durch apathische Sonntagsfahrer verstrich in Wechsellicht. Ein wohltuender Kontrast war der Anblick üppigen Chroms, der Sound röhrender Achtzylinder und der Geruch genussvoll verbrannten Gummis beim US-Car Event auf dem Heiligengeistfelds, wo wir dreckig wie nach einer Rally endeten.
Montag, 9. Mai 2011
Le sacre du printemps
Woche um Woche brennt endlose Frühlingssonne auf uns hinab. Das Frühstück noch verdauend hatten wir die BAB 1 unter den Reifen. In Ahrensburg fuhren wir ab und nahmen die gute alte B 75, so wie wir es schon immer taten. Aufgrund äußerer Zwänge mussten wir am Spätnachmittag in Strukdorf eintreffen, bis dahin blieb ein vielversprechendes Zeitfenster. Da wir schon in der Gegend waren, lag eine Holsteinrunde nahe. Wir staunten nicht schlecht, als wir das erste Mal wieder durch über sanften Kuppen segelten, die hinter Ahrensbök beginnen. Vorteilhafterweise hatten sich die Einwohner brav zum Hafengeburtstag nach Hamburg begeben, so dass wir das zurückgelassene Land für uns hatten. Eutin ist so unübersichtlich, dass wir nach einem Cappucino im Stadtzentrum erneut etliche Anläufe brauchten, den Weg in Richtung Lensahn zu finden. Die GS und die Sportster brummten mit Lieblingsgeschwindigkeit zweisam durch Bilder wie Ansichskarten. Rapsfelder, üppig-frische lichtflirrende Laubwälder und immer wieder Ausblicke über das wie in Wogen liegende Land. Auf dem ganzen Weg über Kirchnücheln, Nücheln, Malente, Bosau, Berlin bis hin nach Goldenbek und schließlich Strukdorf trübte nichts unser genussvolles Dahingleiten. Später, nachdem ich Anja im Seehotel-Sanatorium abgeliefert hatte, fuhr ich noch über kleine Dörfer, auf denen mild der Abend lag, nach Lübeck rein.
Am Sonntag musste alles noch gewaltiger werden. Das ging nur in McPom. Auf der A 20, über die wir noch am Vormittag erstmal Strecke machen wollten, kamen wir kaum gegen den reißenden Ostwind an. Auch auf den Landstraßen, vor allem denen, wo es am mecklenburgischten ist, zwischen knorrigen Alleebäumen aus anderen Zeiten, war das Fahren z.T. nicht gerade unanstrengend. Für manche Pisten hätte ich mir regelricht ein normales Motorrad herbeigewünscht. Erst in den Pausen wurde das Ausmaß der Romantik deutlich, z.B. im Tessin, irgendwo vor Wittenburg, inmitten eines Vogelkonzertes in wucherndem Grün, diskutierend, ob und wenn ja wo es vielleicht einen Kaffee geben könnte. Den gab es erst, nachdem wir das Land bis in den äußersten Süden durchquert hatten. Mit jedem Kilometer war der Sibirische Eiswind zu einem warmen Pusten geworden. Die parkähnlichen Weiden wichen Sandwüsten, versteckt unter harzschwitzenden Kiefernwäldern. In aufgeblühten Dömitz fanden wir uns ausgelaugt und verscwitzt im Halbschatten eines insidermäßigen Gartencafés wieder (das wir schön für uns behalten). Nun lag noch die ganze B 195 vor uns, auf der wir mit Rückenwind und den durch und durch hochsommerlichen Charakter der Fahrt auskostend inhalierten. Mit aller Ruhe liefen wir über die Elbdeichstreke in die kurzhosig durch den Maisommer taumelnde Stadt ein.
8.5.11 23:52
Am Sonntag musste alles noch gewaltiger werden. Das ging nur in McPom. Auf der A 20, über die wir noch am Vormittag erstmal Strecke machen wollten, kamen wir kaum gegen den reißenden Ostwind an. Auch auf den Landstraßen, vor allem denen, wo es am mecklenburgischten ist, zwischen knorrigen Alleebäumen aus anderen Zeiten, war das Fahren z.T. nicht gerade unanstrengend. Für manche Pisten hätte ich mir regelricht ein normales Motorrad herbeigewünscht. Erst in den Pausen wurde das Ausmaß der Romantik deutlich, z.B. im Tessin, irgendwo vor Wittenburg, inmitten eines Vogelkonzertes in wucherndem Grün, diskutierend, ob und wenn ja wo es vielleicht einen Kaffee geben könnte. Den gab es erst, nachdem wir das Land bis in den äußersten Süden durchquert hatten. Mit jedem Kilometer war der Sibirische Eiswind zu einem warmen Pusten geworden. Die parkähnlichen Weiden wichen Sandwüsten, versteckt unter harzschwitzenden Kiefernwäldern. In aufgeblühten Dömitz fanden wir uns ausgelaugt und verscwitzt im Halbschatten eines insidermäßigen Gartencafés wieder (das wir schön für uns behalten). Nun lag noch die ganze B 195 vor uns, auf der wir mit Rückenwind und den durch und durch hochsommerlichen Charakter der Fahrt auskostend inhalierten. Mit aller Ruhe liefen wir über die Elbdeichstreke in die kurzhosig durch den Maisommer taumelnde Stadt ein.
8.5.11 23:52
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