Im direkten Vergleich zu den Grandes Alpes sind hier nur sehr kleine Brötchen. Wir hatten die Maschinen gewaschen und segelten vor dem Wind und etwas gelangweilt zum Zollenspieker. Dort war die Warteschlange zu lang und der Kaffee nicht richtig. Wir drehten lieber nochmal die Runde über Boizenburg - Schaalsee - Gudow durch frühherbstliche Wälder und Sonne, die nicht mehr wärmte. Durchgefroren inhalierten wir die Kürbissuppe am Kamin im Gasthof Hartz. Es kam wieder das lange Stück durch den Wald über Büchen und Lauenburg, den Wind im Gesicht und ferne Länder im Kopf.
über 20 Jahre !!!
Sonntag, 30. September 2012
Donnerstag, 27. September 2012
Und es ist doch ein Picknick.
Das Leben ist ein Picknick, und zwar besonders an Flusstälern, auf Hochebenen oberhalb der Baumgrenze oder einfach an irgendeinem Picknickplatz an der Straße, die kaum befahren ist, bei einer Kehre, mit einer Sonne wie selbstverständlich und den Blick schweifend über felsige Massive, die in den Himmel ragen. Immer dabei: Baguette, Salami, eine Thermoskanne sowie eine Honda und einen orangenen Chopper.
Den entsprechenden Full-Size Reisebericht gibt es zeitnah hier ganz in der Nähe.Sonntag, 9. September 2012
Chopper und Hohlwege
Am Anfang war alles viel kälter als gedacht. Auf der Autobahn nach Geesthacht kamen erst die Hände und dann die Füße an den Rand des Komfortbereichs. Wir kurvten weiter auf der B 195 nach Zarrentin und brauchten verfrüht Kaffee, obwohl wir eigentlich bis Janny's Eis in Grevesmühlen durchmachen wollten. Die Landstraße durch die Wildnis hinterm Schaalsee über Lassahn war holperig wie eh und je, was Anja erstmalig spürte und ihre Honda zunächst schräg anguckte. Ich donnerte mit dem orangenen Chopper darüber und war entzückt, dass endlich mal nichts mehr durchschlug. Da der Tütencappuccino am Schaalsee so süß gewesen war, konnten wir in Grevesmühlen nach all der Plackerei noch nicht mal ein Eis essen. Dafür kam endlich die Mittagshitze, typischerweise als wir zu Fuß auf der Suche nach einer Haspa durch die Innenstadt stapften. Über Bobitz kämpften wir uns dann durch sehr kleine romantische Hohlwege, Schlösser, wuchernde Auen und Vorkriegsalleen am oberen Zipfel des Schweriner Sees entlang. Hier war niemand außer uns. Der Nachmittag flirrte, erste Blätter fielen. Aus Versehen landeten wir auf der unschlagbaren Straße über Kaarz und Jülchendorf. Das üble Katzenkopfpflaster mussten die Maschinen halt einstecken. Auch der weitere Verlauf war im Grunde eher was für Vanvans (oder GS'e, worauf Anja bestand), was uns aber mit jedem Kilometer durch den heißen Spätnachmittag egaler wurde. In Dümmer tranken wir nochmals Kaffee inmitten Einheimischer, serviert von der pampigsten Bedienung der DDR. Es kam noch die lange rauschende Gerade durch den Wald nach Büchen und die schläfrige Deichstraße im scharfen Gegenlicht. Zum Schluss waren es gut 400 Kilometer, und es tat tatsächlich nicht mehr weh.
Sonntag, 2. September 2012
Weihnachten
Der Freitag war frei und ganz aufgeregt Eine brandneue Vulcan sowie eine tiptoppe original Honda Sportster waren da. Unsicher tasteten wir uns den Elbdeich entlang. Am Zollenspieker, mitten am frühen Nachmittag kamen die ersten Tropfen einer Westfront, die wir geschickt bei Geesthacht abhingen und dann über unsäglich langweilige und überfüllte Speckgürtelstrecken im Berufsverkehr gondelten, ohne es zu merken, denn es war alles so neu. Am Kanal zwischen Mölln und Ratzeburg aßen wir unsere mitgebrachten Schinkenbrötchen und beäugten dabei ungläubig den orangen Chopper und die Honda, die wir bis heute nicht so recht einordnen können. Jedenfalls hat sie ordentlich Kraft, brummt, und Anja sieht darauf aus wie im Prospekt. Hinter der Front war es freundlich und kalt. In einem Bogen über Oldesloe kamen wir zurück. Alles war neu.
Am Samstag war es ungemütlich, nur im Süden war aus der Ferne ein heller Fleck zu sehen. Leider war der über Harburg, aber das merkte ich erst als ich da war. Während Anja Familie feierte, nutze ich jede Gelegenheit, mich an die Orange zu gewöhnen. Sie geht um die Kurven wie ein Aal, aber an meinem Rücken muss ich noch arbeiten. Durchgefroren und unangemessen schnell rauschte ich nach einer Runde über Over und den Freihafen zurück.
Sonntag: Sonne schon morgens, egal wie lang die Nacht war, es gibt viel zu fahren. Zuerst mit Hannah hintendrauf einmal cool durch die Stadt. Dann die Elbufertour, das ist Pflicht für die beiden Neuen. Chopper heißt, erstens folgt die Funktion der Form und zweitens hat der Mensch sich der Maschine unterzuordnen. Während die üblichen Wurfgeschosse auf den Waldstücken uns um die Ohren flogen, probierte ich bei konstant knapp 90 immer andere Sitzhaltungen aus. Anja brummte ungerührt im Rückspiegel hinterher. Das versprochene Highwaygefühl blieb heute anderswo, vielleicht in Arizona. Hier, bei Dömiz an der alten Bahnbrücke, die rostrot leuchtete, breiteten wir die Decke aus und fielen in einen gerechten Schlaf. Auf der Rückfahrt, in der Serpentine bei Walmsburg setzte Anja die Honda auf, da war sie wieder wach. Das letzte Stück ging wieder monoton am Elbdeich entlang. Inzwischen taten alle Knochen weh und vom Westen her kam Kälte. Es war vollkommen egal.
Am Samstag war es ungemütlich, nur im Süden war aus der Ferne ein heller Fleck zu sehen. Leider war der über Harburg, aber das merkte ich erst als ich da war. Während Anja Familie feierte, nutze ich jede Gelegenheit, mich an die Orange zu gewöhnen. Sie geht um die Kurven wie ein Aal, aber an meinem Rücken muss ich noch arbeiten. Durchgefroren und unangemessen schnell rauschte ich nach einer Runde über Over und den Freihafen zurück.
Sonntag: Sonne schon morgens, egal wie lang die Nacht war, es gibt viel zu fahren. Zuerst mit Hannah hintendrauf einmal cool durch die Stadt. Dann die Elbufertour, das ist Pflicht für die beiden Neuen. Chopper heißt, erstens folgt die Funktion der Form und zweitens hat der Mensch sich der Maschine unterzuordnen. Während die üblichen Wurfgeschosse auf den Waldstücken uns um die Ohren flogen, probierte ich bei konstant knapp 90 immer andere Sitzhaltungen aus. Anja brummte ungerührt im Rückspiegel hinterher. Das versprochene Highwaygefühl blieb heute anderswo, vielleicht in Arizona. Hier, bei Dömiz an der alten Bahnbrücke, die rostrot leuchtete, breiteten wir die Decke aus und fielen in einen gerechten Schlaf. Auf der Rückfahrt, in der Serpentine bei Walmsburg setzte Anja die Honda auf, da war sie wieder wach. Das letzte Stück ging wieder monoton am Elbdeich entlang. Inzwischen taten alle Knochen weh und vom Westen her kam Kälte. Es war vollkommen egal.
Sonntag, 19. August 2012
Alle raus.
Anja konnte wieder, fuhr die Vanvan, und der Sommer des Jahres kam komprimiert an einem Augustwochenende. Zwar befand sich auf der Rear Rack der Iron das designstarke Badetuch in abgestimmten Mattschwarz, dass wir jedoch die Ostsee abschminken konnten, wurde schon kurz vor Ahrensburg auf der A1 deutlich. Bürgerkäfige aus ganz Schland stapelten sich in der Mittagshitze. Meine Laune verschlechterte sich für alle sichtbar, als auch die Bundesstraße 75 zugeparkt war von diesen dumpf aus ihren Blechbüchsen starrenden Arschgesichtern. In einer ruhigen Minute wechselten wir die Fahrzeuge, damit Anja sich gleich an die Unterschiedlichkeit gewöhnen konnte. Nachdem wir nämlich durch Hohlwege und die Feldmark endlich Lübeck erreicht hatten, nahmen wir beim örtlichen Triumph-Händler eine fies blassgoldene Bonnie zur Probefahrt in Empfang. Wieder ging es durch Hohlwege und die Maschine war großartig. Sie fuhr praktisch wie eine BMW und war damit aus dem Rennen. Statt zur Ostsee fuhren wir also an diese kleine Stelle am Schaalsee, die nur wir kannten und ein paar hundert Insider, die alle Kinder hatten, die am Spieß schrien. Der Abend brachte Sommerfrische auf dem Strukdorfer Schloss, die LG's mal wieder, und Wild vom Webergrill.
Da alle Menschen an der Ostsee festgebombt waren, hatten wir am Sonntag die ganzen Straßen für uns allein. Es war richtig unheimlich, durch das ausgestorbene Land zu cruisen, und man fragte sich, ob alles in Ordnung ist. Die Luft war kochend heiß und dickflüssig. Beim Fahren ging es, aber im Stand brauchte man sofort einen Eiskaffee, z.B. in Zarrentin. Aufgeweicht und schlapp kämpften wir uns durch glühende Stoppelfelder bis in die Elbauen vor, fuhren die leergefegte B 195 ein Stück hinauf und suchten uns ein winziges Plätzchen am Elbstrand unter schattigen Mangroven. Das Wasser war verlockend aber irgendwie trübe. Der Fluss floss vorbei wie der Nachmittag. Mit großer Gelassenheit rollten wir über die Deichstraße der sengenden Stadt entgegen, erreichten mit letzter Kraft den rettenden Kühlschrank und warfen schnell was auf den Elektrogrill.
Samstag, 18. August 2012
Testwochen
Die vergangenen Wochen waren auch Testwochen. Hier ein Zwischenstand:
Kawasaki VN 900 Custom
Damit fing 2010 der ganze Chopperwahnsinn an. Fährt bestens und ist irgendwie immer noch eine coole Sau.
Harley Davidson Dyna Wide Glide
Sieht noch geiler aus, setzt aber in jeder Kurve auf und ist nur halb so derbe wie die Iron. Echt.
Honda VT 750 S
Klingt erstaunlich gut und passt wie angegossen. Könnte was sein, sagt Anja.
Triumph Bonneville
Ein Motor wie Sahne, fahrstabil und perfekt. Für Anja zu bullig, für mich zu langweilig.
Mal sehen wie es weitergeht.
Kawasaki VN 900 Custom
Damit fing 2010 der ganze Chopperwahnsinn an. Fährt bestens und ist irgendwie immer noch eine coole Sau.
| (Archivbild) |
Sieht noch geiler aus, setzt aber in jeder Kurve auf und ist nur halb so derbe wie die Iron. Echt.
Honda VT 750 S
Klingt erstaunlich gut und passt wie angegossen. Könnte was sein, sagt Anja.
Triumph Bonneville
Ein Motor wie Sahne, fahrstabil und perfekt. Für Anja zu bullig, für mich zu langweilig.
Mal sehen wie es weitergeht.
Sonntag, 12. August 2012
Westerhever oder die ganze Welt
Dass die Nacht lang war, lag an Anjas Geburtstag, aber vor allem an der hitzigen Diskussion, ob man zu zweit auf einer Vanvan nach Westerhever fahren könne, und wenn ja, wie viele Tage man bräuchte. Aber Anjas Fuß war soweit fertig um zumindest hinten mitzufahren, die BMW kaputt und die Vanvan das einzig Zweisitze. Mit 80 Sachen rollten wir die B4 entlang, mit Vollgas. Von Bad Bramstedt aus töffelten wir dann über kleinere Landsträßchen durch monotones Sommergrün. Unter Schönwetterwolken pfiff der Frischwind in die Jederjacke, aber was machte das schon. Entscheidend war, dass wir unterwegs waren, zu zweit und ohne Regen. Wir setzten bei Breiholz über den Kanal, breiteten am Ufer eine Decke aus und schliefen augenblicklich ein. Die Gegend nördlich von Tellingstedt ist weitgehend unbekannt. Bergige Geestrücken sowie Marschflächen, die von Flüssen und Kanälen durchzogen sind. Dazwischen liegen die typischen grauen und leblosen Einheitsdörfer, die man teilnahmslos durchrollt. Auf Eiderstedt merkt man schnell, dass das Ende der Welt naht, wenn man durch die enger werdenden Buschtunnel fährt. Zum Schluss ist nur noch der Leuchtturm ausgeschildert. Hinterm Deich, am Windrad im Nichts, erwarteten uns schon die Leitermänner. Die Dunkelheit wurde so kalt, dass wir den gesamten Holzvorrat verheizten, was nicht annähernd reichte, den Garten in eine laue Nacht zu verwandeln. Wir behalfen uns mit Merlot, während Sternscnnuppen gleißende Bahnen durch den Himmel zogen.
Den Rückweg starteten wir mit großen Plänen, aßen Eis in Husum und hatten gerade wieder interessante Strecken im Hinterland in Angriff genommen, als die Vanvan stotterte und ich auf Reserve schaltete. OMG, wo soll hier eine Tankstelle sein! Im Spartempo erreichten wir auf dem letzten Tropfen wieder Friedrichstadt. Dort gab es Benzin, dass ich genussvoll einfüllte, sowie dIsneylandartig angelegte Grachten, auf denen sich gutgelaunte Tretboote stauen. Wir nahmen letztlich die Strecke von gestern über Kleve, Glüsing und Schalkholz. Diesmal durchfuhren wir auch Albersdorf, auch dies matt und traurig. Wir endeten irgendwo in der Nähe von Itzehoe. Die langen Stücke waren unter Wolken quälend zäh, schien aber die Sonne, könnte ich um die ganze Welt fahren, auch mit 70 Km/h gegen den kalten Ostwind. Es kam eine letzte lange einsame Nebenstraße durch den Wald, dann hatten wir wieder die B4 unter uns, ein respektabler Highway, segelte man auf einem Chopper. In Hamburg war all dies nur ein gemütlicher Sonntagnachmitag im August, wie wir feststellten, als wir die Vanvan im Hinterhof abstellten wie nach einer langen, erfüllenden Reise.
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