über 20 Jahre !!!

20 Jahre !!!

Samstag, 20. September 2014

Hype

Die Medien sprachen von einem Absturz in den Herbst, einem dramatischen Ende, einem Abgrund. Daher war es egal, dass wir nach einem unterhaltsamen Abend mit Wulf recht matschig und viel zu früh unterwegs waren, denn in Mecklenburg sollte ein sich ein Restsommer verstecken. Wir schafften nur mühsam das erste Stück, im Vormittagsdunst am Deich entlang bis Lauenburg, dann war die erste Kaffeepause fällig, an der Shelltanke. Die Fahrt nach Boizenburg war introvertiert, im Kopf konstruierte ich interessante Gebäude, aber manchen Abzweig verschlief ich dabei. Wir nahmen die B195 nach Zarrentin, dann links am Schaalsee entlang, auf winzigen Abwegen über Salem und Kittlitz. Die Farben, durch die wir fuhren, das Licht, die schwer tragenden Apfelbäume entlang der vergessenen Landstraßen im Nordwestmecklemburger Hinterland, das alles hatte einen frühherbstlichen Touch. Die Sonne brannte auf Stoppelfelder und fallendes Laub. Über Rehna erreichten wir Grevesmühlen, fuhren bei Janny's vor, bestellten 2 Kugeln mit Sahne und sinnierten über diesen Ort, den wir schon seit den Anfangstagen kennen. Zurück ging es geradlinig nach Süden, über Mühlen-Eichsen, Richtung Wittenburg. In Südmecklenburg stand die Hitze wie an einem heißen Julitag, dazu kam eine bleiernde Müdigkeit. Wir lagen dösend auf einer flirrenden Elbauenwiese, es war gespenstisch still, nur vereinzelnd erfüllte das Jaulen fliegender Vierzylinder die Luft. Am Ende gondelten wir wieder über die Deichstraße nach Hamburg, der Kilometerzähler sprang auf 400. Im Südwesten war der Rand eines Wolkenbandes zu sehen, in dem die Sonne abtauchte. Das ist immer so, wenn man auf die Stadt zu fährt. nur diesmal stand "Herbst" drauf. Wir hielten das für einen Medienhype.

Mittwoch, 10. September 2014

Der Rest der Welt

Freitag, 5. September, Hamburg - Pfungstadt

Früh, während der Rest der Welt sich lustlos ins Büro schleppte, glitten wir unbeschwert auf der A7 nach Süden. Es ging so easy und ohne jeden Stress, dass wir bis Göttingen drauf blieben und nur einmal an der Hildesheimer Börde stoppten um zu tanken, und für € 3,80 einen Pappbecher Cappuccino zu kaufen. Ab Göttingen waren wir auf der B27 und genossen die weiten Schwünge und die sanften Berge. Sobald auch nur der Hauch einer Unebenheit in der Landschaft zu sehen ist, fühlen wir uns im Urlaub. Dazu passend: Fachwerkdörfer und hochsommerliches Wetter. Kurz vor Fulda bog ich, einer dunklen Erinnerung folgend links ab. Die Route durchs Rombachtal über Schlitz und Lauterbach war großartig. In endlosen Kurven ging es über einen weiten Rücken hinüber ins Kinzigtal, vorbei an Busenborn, Bösgesäß und dem Linsengericht. Das war schon im Einzugsbereich Frankfurts. Wir nahmen die Autobahn und ein nicht endendes Stück Vierspurige bis in die nüchterne Funktionalität Darmstadts. Bis Pfungscht war es nicht mehr weit. Unsere Knochen summten ein Lied von 600 Kilometern, die Sonne brannte und uns konnte nichts besseres passieren als ein von Albrecht fachmännisch zubereiteter Braten vom Webergrill.

Samstag, Glemseck 101

Gleich hinter den praktisch-ordentlichen Ortschaften, die sich die Bergstraße entlang ziehen, liegt der Odenwald. Wir atmeten die Frische eines Spätsommermorgens und bollerten lustvoll die gewundenen Straßen hinauf. Der Blick fiel immer wieder auf die unten im Dunst liegende Landschaft, und wir wurden gezogen von dem berauschendem Schwung. Über die B45 kamen wir bei Eberbach an den Neckar, und an dessen Ufer war es romantisch, zumindest solange, bis die Ausläufer Heilbronns in Sicht kamen, der hässlichsten Stadt Deutschlands. Hier gibt es nichts außer schwäbischer Effizienz. Wie durch ein Wunder entkamen wir der Autobahn, wo die Schwaben in SUV's in wilder Panik von einer Anschlusstelle zur nächsten hetzen. Wir blieben noch bis Ludwigsburg auf der guten alten B27, die recht entspannt an allem vorbei übers Land führt. Von da war es nur noch ein Katzensprung bis zum Glemseck.
Das übertraf alles. Abertausende Bikes, Caféracerkultur, Sommerhitze. Aber auch der totale Menschen-Overkill. Wir kamen nicht mal bis zur Rennstrecke durch, kauften Wasser im Wert von 12 Euro, und machten uns irgendwann klammheimlich auf den Weg nach Murr. Dort erwartete uns nämlich Wulf in einer schicken Ingenieurssiedlumg. Er hatte Grillgut da und viel zu berichten, von seiner heutigen 500-Kilometer Tour.

Sonntag, Franken

Der Pullover konnte von vornherein in Gepäckrolle verbleiben, denn war sofort hochsommerlich. Wir schauten uns eine Handvoll unterhaltsamer Rennen am Glemseck an, dann  führte Wulf uns gekonnt durch das Gäu über verwinkelte Landstraßen. Genauer gesagt folgte er einer elektronischen Stimme im Helm. Jedenfalls folgten wir ihm orientierungslos und lobten ihn gelegentlich. Wir waren offenbar auf einer nordöstlichen Route, kamen durch das Jagsttal, vorbei an versteckten Burgen und Klöstern. Den ganzen Tag wechselten wir dabei immer wieder die Straße, so dass sich buckelige Waldwege und weitschweifige Landstraßen abwechselten. Dann kam die windige Hochebene Badisch-Sibiriens, und schließlich bei Ochsenfurt das Maintal. Dort liegt auch Volkach, unbekannt und pittoresk wie im Reiseführer "Deutschland"'. Wulfs 850 kam stotternd vor dem Hotel "Rose" zum stehen. Wir checkten ein, vertagten die Analyse und bestellten Schweineschäufele. Ganz groß.

Montag, Dunkeldeutschland, Weimar

Beim örtlichen Hondahändler trennten sich unsere Wege: Wulf stotterte heim, wir peilten Thüringen an. Bis Coburg fuhren wir auf der B303, einem grandiosen, frei schwingendem Highway, der ewig so hätte weiter gehen können. Gleich nebenan liegt Sonneberg, und dahinter beginnt der Thüringer Wald. Gesten hatte ich noch rumgetönt, wie aufgeblüht der Osten sei. Was wir sahen, war durchweg deprimierend. Klasse Bergstraßen zwar, doch leblose, dunkle Orte, allgegenwärtig die nachhaltig abtörnenden NPD-Plakate. In der Fußgängerzone von Ilmenau fanden wir endlich eine halbgare Thüringer Bratwurst. Dicke Hausfrauen mit Renee-Cut, Jogginghose und Doppelkinderwagen rundeten das Bild ab. Wir mussten uns entscheiden, die Mauer zurückzuwünschen oder uns abzulenken. Wir suchten das Positive und fanden es in Weimar. Eine kompakte Stadt, die vor Kultur beinahe platzt. Wir liefen herum, lauschten an der Musikschule, saßen vor einer kleinen Bar am Goetheplatz und freuten uns über die Touristen, die kultiviert wirkten und nicht mal Deutsch sprachen.

Dienstag, Thüringen, Wernigerode

Vor der Abreise guckten wir uns noch eine Ausstellung an, wo wir schon mal da waren. Dann entdeckten wir neues Land. Hinter Apolda liegt zunächst eine Hochebene, und dann das "Saale-Unstrut" Gebiet. Den Namen kennt man höchstens von Weinflaschen, doch dass es beeindruckende Flusstäler mit Weinbergen sind, hätte man sich vielleicht denken können, haben wir aber nicht. Zuvor aber noch Naumburg: Eigentlich nur als Wegpunkt auf der Landkarte gedacht, flog Anja aus einem alten Geschichtsbuch das Wort "Naumburger Dom" durch den Helm. Kurz danach baute sich das Trumm undezent vor uns auf. Eine gute Stunde verbrachten wir darin. Auf dem Weg durch das Unstruttal lagen noch weitere unerwartete Sehenswürdigkeiten, die uns z.T. aufhielten. Die Himmelsscheibe von Nebra, eine Ottonische Pfalz, eine ICE-Neubaustrecke mit gigantischen Brücken. Wir arbeiteten uns entspannt voran Richtung Kyffhäusergebirge, verpassten einen Abzweig, gurkten endlose Umleitungen und wurden unruhig, denn im Westen rollte eine bedrohliche Wolkenwalze heran und es wurde immer später. Alle Sorgen verblassten, als wir mit Schmackes die Harzberge hinauf donnerten, die so geschmeidig und frei waren wie nie zuvor. Die Walze blieb in sicherer Entfernung und in Wenigerode erwartete man uns schon. Wir drehten eine dekorative Orientierungsrunde auf dem Markplatz, checkten ein, liefen zur Bodega und bestellten einen Tisch voller Tapas.

Mittwoch, Altmark, Hamburg

Über Nacht war die Walze gekommen und erstmalig war der Himmel trüb. Das konnte uns aber jetzt nicht mehr erschüttern, nach 5 Tagen Sommerwetter. Unbeeindruckt rollten wir über die endlosen Geraden über Haldesleben, Gardelegen, Salzwedel. Wenn nicht ständig und überall immer alle wichtigen Verbindungsstraßen gesperrt gewesen wären (und deren Umleitung auch) hätten wir vielleicht den Rest der Strecke gar nicht wahrgenommen. So sahen wir die Feldmark zwischen Bergen an der Dumme und Bad Bodenteich, kamen leicht entnervt an der B4 wieder ans Tageslicht und schafften es, aufgrund einer weiteren Sperrung bei Winsen, an den Elbdeich zu gelangen. Und zwar ohne dass die Schauerzelle über uns losging. In der Nähe der Großstadt waren alle hektisch und schlecht gelaunt. Etwa eine Stunde brauchten wir vom Stadtrand Hamburgs bis zur Garage.  Da wären wir sonst weit hinterm Horizont.

Sonntag, 24. August 2014

Boienhagen-Friedrichshain-Eimsbüttel

Am Samstag mussten wir mit den Vanvans um 11:23 Uhr in Grevesmühlen am Hauptbahnhof sein, und zwar um Thomas dort abzuholen.Wir nahmen die Route vom letzten Mal und froren uns die Füße ab, dabei war es mitten im August.  Thomas stieg aus dem Nahverkehrszug und wir fuhren nach Upahl-Boienhagen, wo Thomas seine Grüne in Empfang nahm, ohne sich die Rührung anmerken zu lassen. Nun waren wir zu dritt unterwegs und Berlin lag in weiter Ferne. Vor uns lag ganz Mecklenburg, das wir mit Geduld und Vollgas durchquerten. Nicht auf direktem Weg, sondern auf einer äußerst abwechslungsreichen Tour durch weites Hügelland, auf schmalen Pfaden um die Seen um Müritzgebiet, durch endlose Wälder und nie gesehene Orte abseits von allem. Inzwischen brannte die Sonne wie in alten Zeiten. Mancher Schauer war unmittelbar vor uns abgezogen, sodass die Straßen dampften. In Rheinsberg konnte man dekorativ vorfahren und Gulaschsuppe kommen lassen, danach war Berlin schon in Sichtweite. Oranienburg, schließlich die bedeutende B 96 bis ins Herz der Hauptstadt. Anja und ich hatten über 400 Kilometer auf der Uhr, bis spät in die Nacht gab es nur ein Thema: Benzin.

Als wir am Sonntag wir unterwegs waren, schnarchten die Berliner noch. Heute kam der Wind von vorn, so dass der Sechste Gang unerreichbar bleib. Bei Perleberg bogen wir von der B 5 am Richtung Elbe. In Sichtweite sahen wir sorgenvoll dicke Schauerzellen am weiten Horizont, aber durch ein Wunder wir flutschten immer im richtigen Moment zwischen ihnen durch. Die B 195 war leergefegt. Ein Stückchen weit wurde der Asphalt durch eine unterhaltsame Gravelroad ersetzt. Das alberne Baustellenschild beeindruckte uns nicht. Kilometer kamen und gingen, der Wind war kalt, die Wollsocken machtlos. Aber man konnte jederzeit in ein Stück Kiefernwäldchen in den Elbauen abbiegen, und sich an einer sonnigen Phase erwärmen. Nach 300 Kilometern stellten wir die Vanvans in die Garage, zufrieden und einen Gruß zum Chapter Friedrichshain schickend.

Sonntag, 10. August 2014

Freigabe

Noch während Anja ihren Geburtstagskuchen ausblies, poppte im Internet eine grüne Vanvan auf. Sie hatte das Potential, die zermürbenden Diskussion zu beenden. Von Thomas E. aus B. kam per SMS die Freigabe, das Gerät zu sichten und am besten auch gleich zu kaufen. Hektisch machten wir uns auf einen pragmatischen Weg über Bergedorf, Schwarzenbek, Ratzeburg, Gadebusch bis zu einem verstecken Dorf mit total verkorksten Hausnummern in der Nähe von Grevesmühlen.  Während ich eine leise schnurrende Probefahrt machte, ohne Nummernschild, geschweige denn Helm, kam die Sonne raus und der Deal war perfekt. Danach saßen wir beim Eis in Grevesmühlen und mussten immer wieder über die Vorstellung schmunzeln, dass wir nun drei sind und Thomas damit einen Platz im Club hat. Chapter Berlin-Friedrichshain. Die ganze Rückfahrt malten wir uns noch irre Treffen aus, während das endlosen, abgeernteten Felder Nordwestmecklenburgs und schwere, alte Alleen vorbeizogen. Es war die romantische Buckelpiste von früher: Rehna, Carlow, Klocksdorf. Weil es so schön und so sommer war, und irgendwie so genau richtig (und wir Angst vor der Gewitterfront bei Hamburg hatten, die, wie immer, gar nicht kam), zögerten wir es noch über Mustin, Salem, Zarrentin hinaus, dann die nie endende Waldstraße nach Büchen. Alles Straßen, auf denen die Vanvans schon immer flott und zu Hause waren, das hatten wir um ein Haar vergessen.

Sonntag, 3. August 2014

Heiße Luft

Katja war ja da und sollte nicht abreisen, ohne einen Kick zu bekommen von unserem zügellosen Bikerleben. Sie saß hinter mir auf der Vulcan und trug Anjas grüne Lederjacke aus alten Zeiten. Jethelm, Sonnenbrille. Die Fahrt durch die Stadt war cool, und der Hafen mit der Köhlbrandbrücke etwas, was es nur hier gibt. Man selber vergisst das schnell. Hinter Harburg tat ich so, als hätte ich einen Plan, doch in Wirklichkeit gurkte ich hilflos durch das Dickicht aus Siedlungsdörfern und Autobahnanschlüssen südlich der Stadt, mit Anja im Schlepp und der ahnungslosen Katja. Dabei war es schwülheiß und wir mussten uns unter der Süderelbbrücke in den Schatten setzen. Noch eine genüssliche Runde durch die Hafenromantik, dann ganz cool zurück in die Weidenallee, den Blick auf die Uhr. Katja nahm den Zug, und die Gewitterfront, eben noch drohend auf dem Bildschirm, verpuffte in nichts als heiße Luft.

Samstag, 2. August 2014

Strachau

Es war einer der vielen heißen Sonnabenden dieses Sommers. Während wir mit höchstens 100 Km/h auf der Autobahn nach Geesthacht dahin krochen, war eine gewisse Bettschwere nicht zu leugnen. In Lauenburg an der Tanke tankten wir nicht, sondern holten Cappuccino aus dem Automat. Er half über die nächsten Kilometer hinweg, die wir gleichmütig entlang rollten. Die Umgehungsstraße Boizenburgs, so altbekannt und doch so lange nicht gesehen. Dann die B195, deren Abzweig wir glatt verträumten und erst ein gutes Stück auf der B5 fuhren, unter Kastanien, die schon bräunlich wurden und Stoppelfelder, die heiß staubten. Zwischen Neuhaus und Dömitz, irgendwo im flirrenden Nachmittag, nahmen wir einer Eingebung folgend eine Seitenstraße. Sie führte Richtung Strachau, an einem Deich entlang hinter dem sich tatsächlich die Elbe befand (und nicht endlose Auen, das weiß man nie vorher). Auf einer Buhne fanden wir einen etwa drei Quadratmeter großer Strand. Wir breiteten unsere Decke aus und erholten uns von der beschwerlichen Reise. Immer wenn es zu heiß wurde, badete ich im Fluss. Das ging einige Stunden so. Dann fuhren weiter bis Dömitz, über die Brücke, geradeaus bis Dannenberg, und dann in einsetzender Abendstimmung die traumhafte B218 gen Westen. Anja ist von der Straße noch nicht restlos überzeugt, aber einige Abschnitte fand sie immerhin schon ganz okay. Ab Lüneburg nahmen wir die kürzlich ausgegrabene Rest-B4, kamen bei Hoopte an die Elbe und endeten wie immer in einer völlig überhitzten Stadt.

Sonntag, 27. Juli 2014

7-Gang

Wo war nochmal Westerhever? Ach ja. Jedenfalls fanden wir diesmal einen Weg, der frappierend geradlinig war, aber schöner als das Gejuckel von einem Dorf zum anderen. Stattdessen eine dieser ehrwürdigen Ehemaligen, die mal wichtig waren, lange vor der BAB, und einen schönen Verlauf haben, und ein hohes Ziel. In diesem Fall Meldorf, das Dithmarscher Oberzentrum, nachdem bei Hochdonn per Fähre der Kanal überquert war. Wir fuhren die B5 entlang, parkten dekorativ vor der Eisdiele in Heide, fuhren wieder, im lockeren Strom mit den Touristen (wir waren keine!). Zwischen zwei klar umrissenen Gewitterzellen erreichten wir Eiderstedt. In St.Peter-Ording, die paar Tropfen, das war kein Grund zum Anhalten. Mitten auf freiem Feld wurde daraus urplötzlich ein stattlicher Starkschauer. Als er vorbei war, standen wir desorientiert an einer Weggabelung jenseits der GPS-Karte und Mobilfunkzellen. Das Windrad, bislang einziger Orientierungspunkt, war verschwunden. Ohne die Radfahrerin, die alles wusste, hätten wir den Haubarg, die LG's den ganzen Anhang und vor allem das luxuriöse 7-Gänge-Menü nie gefunden.
Am Sonntag trafen wir nach dem ganzen Hazzle endlich T+A in Fr. Es dauerte nicht lange und wir bevölkerten ein auf faszinierende Weise untermotorisiertes Elektroboot, dass ich so souverän wie möglich durch enge Grachten steuerte. Der Nachmittag war ruhig, und wir nahmen die selbe Straße zurück. Anja war dankbar über die friedliche, störungsfreie Fahrt. An einem alten Rastplatz stand eine Bank mit Blick über sanfte Geest. Die Sonne war mollig wie eine Decke, wir dösten sofort ein. Weiter voran, hatten sich die Ambosse im Osten aufgelöst und nur einen leichten Weichzeichner über der im frühen Abendlicht liegenden, vom letzten Schauer blankgekärcherten Landschaft hinterlassen. An Entscheidungspunkten nahmen wir immer den Umweg. Pizza in Glückstadt, über die Dörfer nach Elmshorn, ach nö, lass uns noch über Wedel fahren, und dann die Elbchaussee. Die Schiffe bekamen effektvolle Spotbeleuchtung von schräg rechts. In die Jacke wehte die laue Brise eines Sommers, dessen jede einzelne Sekunde uns gehört.